FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Maßarbeit für alle Die Sparkassen wollen das lukrative Private Banking nicht allein anderen Akteuren überlassen. Mehrere Verbundpartner schnüren passende Dienstleistungspakete. B ei Finanzfragen kleiner und mittle- rer Firmen gelten Sparkassen als die Lokalmatadore. Wenn jedoch die dahin- terstehenden Unternehmer Geld anle- gen wollten, waren die Sparkassen nicht unbedingt erste Wahl. Privatbanken, Ver- mögensverwalter oder die großen, globa- len Geldhäuser etablierten sich hier als Anlaufstellen. Inzwischen wuchsen aber im öffentlich-rechtlichen Lager mehrere Angebote heran, mit denen die Institute die wohlhabende Kundschaft umgarnen. Der Markt ist attraktiv. Die Beratungs- gesellschaft Zeb beziffert das Vermögen der Private-Banking-Kunden in Deutsch- land auf 6,5 Billionen Euro. Die Bran- chenkenner rechnen liquide Vermögen ab einer halben Million Euro dazu. Die Analysten des Hauses schätzen, dass das Volumen bis 2030 auf 8,5 Billionen Euro steigt. Die Experten beziffern das aktu- elle Ertragspotenzial für Banken daraus auf rund 22 Milliarden Euro – mit Raum für künftige Steigerungen. Kein Wunder also, dass sich die Sparkassen diese Ertrags- quelle nicht entgehen lassen wollen. Als ein Akteur positioniert sich die Frankfurter Bankgesellschaft. „Die Grün- dungsidee ist, hochwertige Vermögens- verwaltungslösungen für Sparkassenkun- den zu bieten“, sagt Investmentchef René Schubert. „Viele Sparkassen pflegen Kon- takt zu sehr guten Kreditkunden, etwa Unternehmern.“ Früher hätten sich solche Kunden für die Betreuung ihres Kapitals an Adressen außerhalb des Sparkassensek- tors gewandt. „Hier setzt unser Haus mit demAnspruch an, eine eigene Alternative zu bieten.“ White-Label-Prinzip Die Tochter der Landesbank Hessen- Thüringen entwickelte dafür die „Vermö- gensverwaltung für Sparkassen“. Dieses Konzept sieht vor, dass Sparkassen die Kunden bei sich betreuen. Tätigkeiten wie Portfoliomanagement oder Reporting lagern sie aber an die Helaba-Tochter aus. Das Institut liefert auch Präsentationen oder Ideen für das Marketing. Je nach Wunsch taucht die Marke Frankfurter Bankgesellschaft auf, oder die Sparkasse vertreibt die Vermögensverwaltung nach dem White-Label-Prinzip gänzlich unter eigenem Namen. „Dieses Modell ist sehr erfolgreich angelaufen“, berichtet Schubert. „Ich hätte beim Start nie gedacht, dass so viele Sparkassen einen eigenen Auftritt im Pri- vate Banking wünschen.“ Allein in dieser White-Label-Variante lassen rund 80 Spar- kassen ein Volumen von fünf Milliarden Euro von der Bankgesellschaft betreuen. Zur Einordnung: Der Sparkassenverband zählt derzeit mehr als 330 Institute. Das Ein Schreiner trägt dieMaße ab. Die Sparkassen nehmen zusehends Private-Banking-Angebote ins Sorti- ment auf, die auf die Anforderungen der zahlungskräftigen Kundschaft zugeschnitten sind. » Ich hätte beim Start nie gedacht, dass so viele Sparkassen einen eigenen Auftritt im Private Banking wünschen. « René Schubert, Frankfurter Bankgesellschaft 406 fondsprofessionell.de 3/2026 BANK & FONDS Private Banking FOTO: © PEOPLEIMAGES.COM | STOCK.ADOBE.COM

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