FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Z iel von Immobilienfondsgesellschaften ist es, marktgerechte und im Wesentli­ chen auf Langfristigkeit ausgerichtete Invest­ ments für private und institutionelle Investo­ ren zu entwickeln. Diese ermöglichen damit unter anderem, dass erhebliche Kapitalmen­ gen in den Wohnungsbestand und in den Neu­ bau in Deutschland fließen. So werden Immo­ bilienfonds zu zentralen Akteuren auf dem Wohnungsmarkt. Erhebliche Teile der Altersvorsorge der Bevöl­ kerung sind in Immobilienfonds investiert – sei es über Spezialfonds, in denen Beträge von bei­ spielsweise Versorgungswerken, Pensionskas­ sen oder privaten Rentenversicherern ange­ legt werden, oder auch über Publikumsfonds für Privatanleger. Gleichzeitig stehen Immobi­ lienfondsgesellschaften vor der Herausforde­ rung, die Renditeinteressen ihrer Anleger mit gesellschaftlichen Erwartungen an bezahlba­ ren Wohnraum und nachhaltige Bestandsent­ wicklung in Einklang zu bringen. Thomas Wirtz (FRICS), Arnaud Ahlborn und Jürgen Hau berichten aus der Praxis. Sie sind Geschäftsführer der INDUSTRIA Immobilien, die rund 24.000 Einheiten mit einem Volumen von mehr als 6,4 Milliarden Euro im deutschen Immobilienmarkt verwaltet. HerrWirtz, welche Rolle spielen Immobilien- fondsgesellschaften als Kapitalgeber für den Wohnungsmarkt? ThomasWirtz (FRICS): Fonds bündelndasKapi­ tal von institutionellen Investoren und Privatan­ legern. Für viele Privatanleger sind Immobilien­ fonds oft die einzige Möglichkeit, an den Ent­ wicklungen auf demWohnungsmarkt zu parti­ zipieren. Denn für Direktinvestments in ganze Wohnungen oder Häuser fehlen ihnen oft die finanziellen Mittel. In Immobilienfonds können sie auch mit kleineren Beträgen investieren – und dabei noch ihr Portfolio diversifizieren. Sprich: Sie legen inmehrere Immobilien gleich­ zeitig an und streuen damit ihr Risiko. Das in Publikums- und Spezialfonds eingesam­ melte Kapital fließt in den Erwerb, die Moderni­ sierung oder den Neubau vonWohnimmobilien. Wennwir den immensenKapitalbedarf fürWoh­ nungsneubau, Sanierung und die Energiewende im Gebäudebestand betrachten, sind institutio­ nelle Investoren, die in der Regel mit zweistelli­ gen Millionenbeträgen investieren, aber auch Privatanleger wichtige Kapitalquellen. Üblicher­ weisewerdeninFondsvehikelnmehreretausend Wohneinheiten erworben und professionell gemanagt. Damit kommt den Fondsgesellschaf­ tenaucheine sozialpolitischeBedeutung zu. Herr Ahlborn, Spezial- und Publikumsfonds haben in der Regel einen langfristigen Anla- gehorizont. WelcheAuswirkungen hat das? ArnaudAhlborn: Dieser langfristigeAnlagehori­ zont beträgt oft zehn Jahre und mehr. Dadurch unterscheiden sie sich von kurzfristig orientier­ ten Investoren, was der Qualität des Bestands und letztlich denMieterinnen undMietern zugu­ tekommt. Wichtig für Immobilienfonds sind dauerhaft stabile Mieterträge statt kurzfristige Verkaufsgewinne. Aus diesem Grund spie­ len die technische Analyse und die wirtschaft­ liche Umsetzungsstärke bei Immobilienbestän­ den eine immer größere Rolle. Das bedeutet, dass Immobilienfonds auf eine kontinuierliche Instandhaltung, energetische Sanierungen und Werterhalt setzen. Sie sorgen zudemdurch den langfristigen Anlagehorizont für eine Stabilisie­ rung des Immobilienmarktes. Thomas Wirtz (FRICS): Um noch einmal auf die sozialpolitische Bedeutung der Immobilienfonds zurückzukommen: EinAspekt davon ist auchdas Spannungsfeld, indemFondsgesellschaftenste­ hen. Denn einerseits tragen dieMieterträge indi­ rekt zur Finanzierung der Altersvorsorge vieler Menschen bei und dürfen daher nicht zu nied„Den Immobilienfondsgesellschaften kommt eine sozialpolitische Bedeutung zu“ Immobilienfonds sind heute ein zentraler Akteur auf demWohnungsmarkt. Sie finanzieren Neubau und auch den Bestand, stellen Kapital für Sanierungen bereit und bewirtschaften Wohnungsbestände professionell. Gleichzeitig verwalten sie erhebliche Teile der Altersvorsorge der Bevölkerung. Die Geschäftsführung der INDUSTRIA DIE GESCHÄFTSFÜHRUNG DER INDUSTRIA IM INTERVIEW

RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5NTI=