FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026
bringen können, insbesondere bei Tech- nologie und KI. Zu den Sektoren zählen vor allem B2B- und Finanzdienstleister, Technologie, Telekommunikation und einige Industriesegmente. Im Bereich Ver- teidigung machen wir auch einiges, dazu verarbeitendes Gewerbe und Gesund- heitswesen. Bei Blau Direkt gaben zwei Punkte den Ausschlag für den Einstieg: zum einen die Kompetenz bei IT und Software für Makler, mit der Vermittler dabei unterstützt werden, ihr Geschäft zu skalieren und zu wachsen, und zum anderen die flexiblen Nachfolgelösungen für Maklerpartner. Es ist auch für uns wichtig, den langfristigen Fortbestand der übernommenen Unternehmen und die Betreuung der Versicherungsnehmer zu gewährleisten. Denn wenn sich Ver- sicherungsnehmer, Makler und Partner nicht ausreichend betreut fühlen, gehen sie woanders hin. Wir wissen, dass Sie Blau Direkt und Net- fonds nebst Töchtern übernommen haben. Dazu halten Sie die Mehrheit an der neuen Moin-Maklergruppe. Gibt es daneben wei- tere Beteiligungen aus dem erweiterten Finanz-/Maklersegment? Durch die Zusammenführung von Net- fonds, Blau Direkt und Maxpool haben wir mit über 550 Millionen Euro Umsatz den klaren Marktführer geschaffen. Das hat uns bis- her genug beschäftigt, und wir haben auch künftig noch viel vor. In Deutsch- land haben wir im weite- ren Makler- und Finanz- segment darüber hinaus aktuell keine Invest- ments. International ver- fügt Warburg Pincus aber über langjährige Erfahrung in diesem Segment, etwa mit dem britischen Versi- cherungsmakler Spe- cialist Risk Group, dem Londoner Rück- versicherungsmakler McGill und dem Wealth Manager Evelyn Partners. Insge- samt haben wir mehr als 24 Milliarden US-Dollar in über 155 Finanzdienstleis- tungsunternehmen investiert. Sie erwähnten, warum Sie bei Blau Direkt eingestiegen sind. Was waren die Gründe bei NetfondsundderMoin-Gruppe? Zu Netfonds bitte ich um Verständnis, dass ich aktuell nur auf die Pressemit- teilungen verweisen kann, da der Kauf von Netfonds noch nicht abgeschlossen ist. Moin investiert in Makler, erhält ihre unternehmerische Identität und unter- stützt bei der Einführung insbesondere von IT-Lösungen auf Basis von KI. Damit sind die Makler im Tagesgeschäft sofort entlastet und können bessere Lösungen für ihre Kunden liefern. Kritiker aus dem Maklerlager sehen Pri- vate-Equity-EngagementsbeiFinanzdienst- leisternnichtgern.EinPunkt,derangeführt wird: Beteiligungsgesellschaften finanzie- ren Übernahmen oft zumindest zum Teil über Kredite, deren Zins und Tilgung aus dem Cashflow der gekauften Unterneh- men bestritten wird. Wie finanzieren Sie dieKäufe? Warburg Pincus sammelt Kapital von gro- ßen Investoren wie Pensionskassen, Versi- cherern oder auch vermögenden Privatan- legern in einem einzigen globalen Fonds ein, dem Global Growth (GG). Wenn wir in eine Firma investieren, kommt das Geld aus diesem Fonds, und jeder unse- rer GG-Investoren hält darüber Anteile an unseren Beteiligungen. Der aktuelle GG-Fonds hat ein Volumen von 17 Milliarden US-Dollar, insgesamt verwaltet Warburg Pincus mehr als 100 Milliar- den US-Dollar. Gut, was sagen Sie aber zu der Kritik, dass nur wenig Geld für Investi- tionendasei? Dass wir der falscheAdres- sat sind. Wa rbu r g Pincus ist einWachs- tumsin- » Die operativen Entscheidungen trifft grundsätzlich das Management des Portfoliounternehmens. « Henner Thormaehlen, Warburg Pincus fondsprofessionell.de 3/2026 279 FOTO: © SOFIA EXSS I JONATHAN BANKS I WARBURG PINCUS
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