FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2026

Rossbach: Die Kapitalmärkte feiern gerade, als wäre es 1999, und ein Muster wieder- holt sich: Das technologische Versprechen war echt, das Internet war transformativ. Aber es gibt auch diesmal wieder Gewin- ner und Verlierer, und es gibt eine Phase, in der die Technologie erst im großen Maßstab angewendet werden muss, bevor sie zu Unternehmensgewinnen führt. Teuer sind heute nicht die Qualitätstitel, sondern eine Handvoll sehr großer Unter- nehmen mit spekulativen Bewertungen und Erwartungen, die schwierig, wenn nicht unmöglich zu erfüllen sind. Unsere führenden Konsum- und Gesundheits- unternehmen dagegen sind so scharf abgestraft worden, dass sie aktuell zu den günstigsten Werten des Marktes gehören. Heuser: J. Stern&Co. definiertQualität über vier Säulen, unter anderem über nachhal­ tigeWettbewerbspositionen und bilanzielle Stärke.DastunvieleMitbewerberauch.Was ist Ihr analytischer „Edge“, wenn es darum geht, die tatsächliche Tiefe eines Burg­ grabens zuquantifizieren? Rossbach: Die vier Säulen der Qualität sind für uns eine „Gating Condition“, keine Zierde. Es ist eine Kombination aus qua- litativer und quantitativer Analyse: Wir sprechen mit den Unternehmen, ihren Wettbewerbern, Lieferanten, Kunden und mit Menschen im Umfeld ihrer Branche. Auf dieser Basis bilden wir eine Hypo- these darüber, worin der Burggraben tat- sächlich besteht. Um dann zu versuchen, diese Hypothese zu falsifizieren, nicht sie » Teuer sind heute nicht die Qualitätstitel, sondern eine Handvoll sehr großer Unterneh­ men mit spekulativen Bewertungen und Erwartungen. « Christopher Rossbach, J. Stern & Co. fondsprofessionell.de 3/2026 79 FOTO: © NIGEL DICKINSON FÜR FONDS PROFESSIONELL Christopher Rossbach: „Langfristige Renditenwerden von demgetrieben, was Unternehmen tun, von Umsät- zen, Gewinnen und Cashflows.“

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